Unser Verbandsgebiet
Zum Zweckverband Gruppenklärwerk Wendlingen am Neckar (GKW) gehören 32 Verbandsmitglieder. Es sind Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Esslingen, Göppingen und Reutlingen, für deren Abwasser- und Regenwasserbehandlung wir zuständig sind.
Die wichtigsten Kenndaten des Einzugsgebiets unseres Hauptklärwerkes in Wendlingen:
- gesamte Einzugsgebietsfläche: ca. 114 km²
- angeschlossene Einwohner: ca. 110.000
- zusätzliche Schmutzfrachten aus Industrie und Gewerbe: entsprechen ca. 60.000 Einwohnergleichwerten (EGW)
- maximale Auslegung auf rund 170.000 Einwohnerwerte, d.h. das GKW besitzt auch für die Zukunft genügend Potential, um einem eventuell vermehrten Schmutzwasseraufkommen mit guter Reinigungsleistung entgegen zu stehen.
- ca. 33 km verbandseigene Haupt-Zubringerleitungen mit 3 Pumpwerken
- kommunaler Charakter des Abwassers, keine problematischen Abwasserinhaltsstoffe
- Hauptvorfluter sind Neckar, Lauter und Lindach
- 50 Regenüberlaufbecken & 26 Regenüberläufen
Zu unserem Verband gehören weitere 17 Kläranlagen sowie die dazugehörigen Sonderbauwerke:
- 100 Regenüberlaufbecken
- 60 Regenüberläufe
- 10 Pumpwerke
- 30 Retentions- und Regenklärbecken
Anschluss der Sammelkläranlage Bissingen/Nabern an den Zweckverband Gruppenklärwerk Wendlingen am Neckar
Im Jahr 2018 haben die Gremien der Stadt Kirchheim unter Teck und der Gemeinde Bissingen an der Teck eine vom Land geförderte Machbarkeitsstudie zum Anschluss der Sammelkläranlage Bissingen/Nabern an das GKW beauftragt. Diese ergab, dass an der Sammelkläranlage Bissingen/Nabern (Baujahr 1966, Ausbauzustand für etwa 6.000 Einwohnerwerte) aufgrund des baulichen Zustandes und neuer EU-Richtlinien in den nächsten Jahren erhebliche Investitionskosten anstehen.
Eine Schmutzfrachtberechnung ergab außerdem, dass das vorhandene Regenüberlaufbeckenvolumen im Einzugsgebiet der Sammelkläranlage Bissingen/Nabern nicht ausreichend ist und deshalb erhöht werden muss. Tatsächlich sind die vorhandenen Vorfluter Gießnaubach und Jauchertbach stark durch Schmutzfracht belastet.
Auf Basis eines Strukturgutachtens wurde der Anschluss der Sammelkläranlage Bissingen/Nabern an das Gruppenklärwerk Wendlingen untersucht. Dabei sollte geprüft werden, ob das dort anfallende Abwasser an das Gruppenklärwerk Wendlingen abgeleitet und somit die Sammelkläranlage stillgelegt werden kann.
Am 01.01.2024 wurde die Kläranlage Bissingen/Nabern aufgegeben. Das Abwasser wird über eine ca. 2,2 km lange Freispiegelleitung (DN500) in das Kanalnetz von Kirchheim eingeleitet. Von dort erfolgt der Abfluss über den bestehenden Verbandssammler zum Gruppenklärwerk nach Wendlingen.
Die Maßnahme wird im Umfang von rund 1,6 Mio. EUR nach FrWw vom Land Baden-Württemberg gefördert, das VgV-Verfahren für die Planung ist erfolgt und der Planer wurde beauftragt.
Ausschreibung Los 1
Der reale (operative) Baustart für den Freispiegelkanal erfolgte am 24.10.2022. Er umfasst den Bereich zwischen der Kläranlage Bissingen/Nabern und der BAB 8.
Der zweite Teil, die Baustrecke der Durchpressung unter der BAB 8 und über die ICE-Neubaustrecke hinweg bis zum vorhandenen Anschluss in der Pfaffenhalde, wurde im März 2023 fertiggestellt.
Parallel dazu verbesserten die Stadt Kirchheim und die Gemeinde Dettingen das Radwegenetz in diesem Bereich.
Ab Mitte des Jahres 2024 erfolgt nun der Umbau der ehemaligen Sammelkläranlage zum Regenüberlaufbecken. Dabei werden rund 2.500 m³ Beckenvolumen für die Niederschlagswasserbehandlung neu geschaffen. Die endgültige Fertigstellung wird sich bis weit ins Jahr 2025 ziehen. Der Zweckverband investiert dabei knapp 10 Mio. Euro.
Pressetermin am 21.01.2026: Neues Regenüberlaufbecken in Nabern eingeweiht
Mit der Einweihung des neuen Regenüberlaufbeckens (RÜB) in Nabern setzt das GKW einen wichtigen Meilenstein für die nachhaltige Abwasserentsorgung der Region. Das Projekt schließt das zur Zeit größte Bauvorhaben im Bereich Mischwasserbehandlung des GKW ab und stellt die Abwasserentsorgung für Bissingen an der Teck, Dettingen an der Teck und Nabern zukunftssicher auf.
Das neue RÜB ist mit über 2.600 m³ Speichervolumen eines der größten im Verbandsgebiet und ergänzt das bestehende Becken zu einer Gesamtkapazität von fast 3.000 m³. Die 2,2 Kilometer lange, neue Verbindungstrasse führt das Abwasser effizient zum GKW Wendlingen.
Das System ist auf Energieeffizienz und Betriebssicherheit ausgelegt: Bei Regenereignissen wird zunächst das kleinere Bestandsbecken befüllt, erst bei anhaltendem Regen kommt das große neue Becken zum Einsatz. Die Einleitstelle wurde naturnah und hydraulisch günstig gebaut, um den Jauchertbach optimal zu schützen.
Die Stilllegung der alten Sammelkläranlage Bissingen-Nabern, die Behandlung dieses Abwassers in Wendlingen und die Inbetriebnahme der neuen Anlage zeigen, wie moderne Tiefbaumaßnahmen zur Klimaanpassung und zum Gewässerschutz beitragen. Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader betont: „Vieles, was unsere Infrastruktur zukunftsfest macht, bleibt für das Auge unsichtbar – aber gerade im Tiefbau steckt enormes Potenzial für Klima- und Umweltschutz. Regenüberlaufbecken schützen unsere Gewässer zuverlässig bei jedem Regenereignis vor Überlastungen durch Schmutzeinträge.“
Das Projekt wurde ab 2017 vorbereitet, Bau und Inbetriebnahme erfolgten zügig und partnerschaftlich. Oberbürgermeister Dr. Bader dankt allen Beteiligten – insbesondere den Kollegen Bürgermeister Haußmann, Dettingen sowie Bürgermeister Fritz für die ausgezeichnete Zusammenarbeit - und hebt die Bedeutung gemeinsamer Projekte hervor: „Ich bin mir sicher, dass die Kooperation zwischen Kommunen gerade in der Zeit knapper kommunaler Kassen immer wichtiger werden wird.“
Daran knüpften die Folgeredner an: Bürgermeister Haußmann aus Dettingen bezeichnete das Projekt als „4-fach-Win“ – drei Mal für die beteiligten Kommunen und zusätzlich für das GKW, da hier die beste Lösung für die Gemeinden und den gesamten Landkreis gefunden wurde. Bürgermeister Fritz hob hervor, dass nicht jede Gemeinde allein gehandelt hat, sondern gemeinsam die Abwägung getroffen wurde, eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Rainer Hauff, Geschäftsführer des GKW, betonte: „Das neue Regenüberlaufbecken Nabern ist zwar eines der größten im Verbandsgebiet und hebt sich mit seiner Größe von den rund 200 weiteren Becken im Betrieb deutlich ab. Dennoch war das Projekt für uns keine grundsätzliche Neuerung. Besonders erfreulich war die gute und reibungslose Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten.“
Das Projekt steht exemplarisch für die Vorteile interkommunaler Kooperation: Größere Kläranlagen wie das GKW bieten nicht nur höhere Betriebssicherheit und Qualität in der Abwasserreinigung, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Der Zweckverband dient seit 65 Jahren als Beispiel für gelungene kommunale Zusammenarbeit und versorgt inzwischen rund 250.000 Menschen in den Landkreisen Esslingen, Göppingen und Reutlingen.
Ansprechpartner betreffend der Baumaßnahme
Bauleiter Rossaro:
Herr Jannik Meier
Tel.: 07361 9480-62
Mobil: 0175 4841113
E-Mail: jannik.meier@rossaro.de
Weber-Ingenieure GmbH:
Herr Erik Horstmann
Tel.: 07231 583-199
Mobil: 0172 704434
E-Mail: Erik.Horstmann@weber-ing.de
Herr Achim Matje
Tel.: 07231 583-205
Mobil: 0162 4182691
E-Mail: Achim.Matje@weber-ing.de
Weiterführende Infos
- Nähere Informationen zu unserem Zweckverband finden Sie hier.